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BEZIRKSGRUPPE:
BAYERN
Rückblick
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Jahresbericht 2008
Jahresbericht 2008, Bezirksgruppe Bayern
Vorsitzender: Dipl.-Ing. Hubert Runge, München
Stellvertreter: Dipl.-Ing. (FH) Siegfried Fuchs, Feldkirchen-Westerham
Schriftführer: Ing. Uwe Scheit, München
Die Bezirksgruppe Bayern des ZELLCHEMING und des Vereinigten Papierfachverband München (VPM) folgte gemeinsam am 06. Juni 2009, einer Einladung des Absolventenverbandes Österreich Papiertechnik München zur Tagung „Energie und Umwelt“ nach Wals bei Salzburg.
Auszug aus Tagungsbericht:
Fachvorträge
Zum dritten Mal in Folge wurde einem, vom AÖPM unterstützten Absolventen der FH München die Möglichkeit geboten, über seine Diplomarbeit im Rahmen der Tagung zu berichten.
DI(FH) Günther Gut (UPM Steyrermühl) berichtete über das Ergebnis seiner Diplomarbeit „Ermittlung von Einflussgrößen und daraus abgeleitete Verbesserungsmöglichkeiten von SC-B Papier“ erzeugt an UPM Steyrermühl PM 3.
Ziel dieser Diplomarbeit war die Ermittlung der Einflussgrößen auf die Bedruckbarkeit und das Aufzeigen von etwaigen Verbesserungsmöglichkeiten. Die Papiereigenschaften wie Schwarzsatinage, Glanz, Glätte, Weiße (Helligkeit), Farbort, Narbigkeit und Porosität, welche anhand von missing dots (Tiefdruck), Farbstand und Brillanz beurteilt werden, beeinflussen ganz wesentlich die Bedruckbarkeit. Der Schwarzsatinage-Index von SC-B Papier, welches bei UPM-Steyrermühl an der PM 3 produziert wird, beträgt je nach Flächenmasse zwischen 3,9 und 4,3 (nach DOMAS Bildanalyse). Der Schwerpunkt dieser Diplomarbeit beschäftigt sich mit den Einflussgrößen auf die Schwarzsatinage und deren Möglichkeiten, diese zu verringern. Vor allem wurde der Einfluss von den Satinagebedingungen auf die „Vergrauung“ durch verschiedene Betriebsversuche am Onlinekalander eruiert.
Das weitere Vortragsprogramm stand unter dem Thema „Energie und Umwelt“.
Folgende Vorträge wurden gehalten:
- Energieoptimierte Auslegung von Kreiselpumpen
Dipl.-Ing. Axel Döring (Andritz AG)
- Rohstoff Holz im Spannungsfeld mit der energetischen Nutzung als Biomasse
Dipl.-Ing. Wolfgang Schopfhauser (PHA)
- Ökostrom aus Biomasse – eine klimafreundliche und wirtschaftliche Alternative
Ing. Michael Olsacher (M-Real Hallein)
Nach dem Vortragsblock stellte der Vorstandsvorsitzende des Werkes Hallein, DI(FH) Jörg Harbring das Unternehmen M-Real vor und gab die Einführung in die Werksbesichtigung.
Bei der anschließenden Exkursion nach Hallein konnten sich die Teilnehmer von den getroffenen Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Werkes überzeugen.
Stellvertretend für alle Tagungsteilnehmer bedankte sich Rupert Vötsch bei den Vertretern der Sponsoren M-Real Hallein und Andritz AG für die bei der Durchführung der Tagung gewährte Unterstützung.
Die Tagung fand ihren Ausklang bei einem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer im Gasthof Langwies in Vigaun.
Die Fachvorträge im Überblick:
Energieoptimierte Auslegung von Kreiselpumpen-Systemen
(Axel Döring, Andritz AG)
Bei der Herstellung von Zellstoff und Papier ist ein besonders hoher Energieeinsatz erforderlich. In Zeiten massiv steigender Energiekosten ist eine intensive Ausschöpfung von Einsparpotenzialen betriebswirtschaftlich zwingend erforderlich. In einer modernen Papiermaschine plus Nebenanlagen sind rund 200 Kreiselpumpen mit einer Gesamtleistung von etwa 20 000 kW installiert. Bei der Betrachtung der sogenannten „Lebenszyklus-Kosten“, d. h. der Gesamtkosten während der Lebensdauer einer Pumpe, wird deutlich, dass für die Beschaffung / Installation / Instandhaltung in Summe nur etwa 10% der Gesamtkosten anfallen, aber für den Energieverbrauch etwa 90% der Gesamtkosten veranschlagt werden müssen. Diese Größenordnungen verdeutlichen, dass eine energieoptimierte Auslegung von Kreiselpumpen einen relevanten Beitrag zur Energieeffizienz der Gesamtanlage leisten kann.
Im Wesentlichen wird der Energieverbrauch bei Pumpen-Systemen durch folgende Einflussgrößen bestimmt:
Kreiselpumpe
Grundsätzlich ist eine Pumpe mit hohem Wirkungsgrad zu verwenden. Die Pumpe ist so zu selektieren, dass der Betriebspunkt (Förderdaten definiert durch Fördermenge und Förderhöhe) im Wirkungsgradoptimum liegt. Unnötige Reserven bei der Festlegung des Betriebspunktes erhöhen den Leistungsbedarf und sind zu vermeiden. Moderne doppelflutige Pumpen, die vorzugsweise als Stoffauflauf oder Cleaner-Pumpe zum Einsatz kommen, erreichen beispielsweise Wirkungsgrade im Optimum bis nahezu 93%. Bei verschleißintensiven Anwendungen ist auf die richtige Wahl des Werkstoffes zu achten. Falsche Werkstoffe führen zu frühzeitigem Verschleiß und damit zu relevanten Verlusten im Wirkungsgrad der Pumpe.
Antriebsmotor
Bei Verwendung eines Motors der Energieeffizienzklasse EFF1 anstatt der standardmäßigen EFF2 ist ein deutlich besserer Wirkungsgrad zu verzeichnen. Die minimal höheren Beschaffungskosten amortisieren sich in der Regel innerhalb weniger Monate.
Rohrleitung/Schieber/Ventile
Der Betriebspunkt einer Kreiselpumpe wird durch die Fördermenge und die Förderhöhe definiert. Die Fördermenge ist relativ leicht zu bestimmen und ergibt sich aus den verfahrenstechnischen Anforderungen. Die Förderhöhe setzt sich aus einem statischen und einem dynamischen Teil zusammen (Anlagenkennlinie). Der statische Teil ergibt sich aus den zu überwindenden Höhenunterschieden und eventuell erforderlichen Einlaufdrücken in eingebundene Aggregate (Sortierer/Refiner etc.). Der dynamische Teil ergibt sich aus den Rohrreibungsverlusten, die umso größer sind, je höher die Durchflussgeschwindigkeit des Mediums ist. Dieser Effekt ist bei der Förderung von Faserstoffsuspensionen, speziell bei höheren Konsistenzen, besonders ausgeprägt.
Um eine Minimierung der Rohrleitungsverluste (=Förderhöhe) und in letzter Konsequenz auch des Leistungsbedarfs der Pumpe zu erreichen, ist eine sorgfältige Auslegung der optimalen Rohrleitungsdurchmesser erforderlich. Die Gegenüberstellung der Energiekosten und der Beschaffungskosten unterschiedlicher Rohrleitungsdurchmesser ermöglichen eine betriebswirtschaftliche Entscheidung zur optimalen Rohrleitung. Rohrleitungseinbauten, wie Schieber und Ventile, sind ähnlich zu betrachten.
Regelung von Pumpen
Für den Fall, dass eine Pumpe mehrere Betriebspunkte abdecken soll, ist eine Regelung der Pumpe erforderlich. Grundsätzlich sind Bypass-, Drossel- und Drehzahlregelungen möglich. Die beiden letztgenannten Regelarten sind als Standard in der Zellstoff- und Papierindustrie zu betrachten.
Die Bypassregelung sollte aufgrund des hohen spezifischen Energieverbrauchs grundsätzlich vermieden werden, ist aber dennoch teilweise erforderlich, wenn extrem unterschiedliche Fördermengen zu bewältigen sind. Im Gegensatz zur Drosselregelung, bei der durch Erhöhung des Widerstands in der Rohrleitung (Eindrosseln) die Fördermenge verändert wird, wird bei der Drehzahlregelung durch Änderung der Pumpendrehzahl eine Änderung der Fördermenge erreicht. Die Anpassung der Pumpe an unterschiedliche Bedingungen durch Drehzahlregelung ist energetisch optimal und damit möglichst zu bevorzugen. Die Betrachtung der vorgenannten Einflussgrößen verdeutlicht, dass die ausschließliche Betrachtung des Wirkungsgrades einer Pumpe für einen effizienten Betrieb in der Praxis nicht ausreicht. Vielmehr ist das Gesamtsystem Pumpe/Anlage intensiv zu betrachten und im Sinne eines minimalen Energieverbrauchs auszulegen.
Rohstoff Holz im Spannungsfeld mit der energetischen Nutzung
(Wolfgang Schopfhauser, Papierholz Austria GmbH)
Der Holzbedarf der Zellstoff-, Papier und Plattenindustrie kontrastiert die Entwicklungen am Holzmarkt aufgrund des stark gestiegenen Energieholzbedarfs primär für neue Ökostromanlagen und wegen des hohen Preisniveaus von Erdöl und Erdgas. Zusätzlich fehlen der österreichischen Sägeindustrie Importmengen an Blochholz, was unter einer „normalen“, d. h. nicht durch Windwurf beeinflussten Holzmarktsituation wegen des Mindereinschnitts beträchtliche Fehlmengen an Sägenebenprodukte und Rinde bedingt. Hier wirken Katastrophennutzungen wie der Sturm Kyrill (2007) und Paula und Emma (2008) zusätzlich marktdestabilisierend.
Der zusätzliche Energieholzbedarf bis 2010 wird mit 5,5 Mio. FM/Jahr erwartet, wobei diese Annahme durch den österreichischen Biomasseaktionsplan noch steigen wird. Es wird erwartet, dass in 2010 rund 20 Mio. Festmeter Holz energetisch verwertet werden. Wird der erwartete Holzbedarf der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie den bisherigen Vorgaben des Aktionsplanes hinzugezählt, so ist mit einer zusätzlichen Holzmenge von 11,7 Mio. FM/Jahr zu rechnen, die physisch am Holzmarkt nicht vorhanden bzw. mittelfristig am österreichischen Holzmarkt nicht aufbringbar sein wird. Deshalb ist mit verstärkter Konkurrenzierung um Holz, einem verschärften Verdrängungswettbewerb und der Marktbereinigung unter holzverarbeitenden Betrieben zu rechnen. Aufgrund des politischen Vorrangs für die Versorgungssicherheit mit Energie wird die Zellstoff- & Papierindustrie mittelfristig einen schweren Stand haben.
Es müssen eine Reihe von kurz- und langfristigen Maßnahmen umgesetzt werden, damit sich die Realität den politischen Vorgaben einigermaßen annähern kann. Dazu sind vorrangig Rahmenbedingungen zu schaffen, zu denen nachhaltig Holz zu konkurrenzfähigen Preisen mobilisiert werden kann. Zusätzlich muss viel stärker als bisher diskutiert landwirtschaftliche Biomasse zur energetischen Nutzung herangezogen werden (einjährige Energiepflanzen, Kurzumtriebsflächen mit holzigen Pflanzen wie Weide und Pappel, landwirtschaftliche Reststoffe, etc.). Hingegen wird dem Import von Biomasse wenig Chancen beigemessen, das Angebotsungleichgewicht zu beheben. Die Industrie muss sich noch stärker als Mitgestalter der Rahmenbedingungen sowie als aktiver Marktteilnehmer in die Kanalisierung der Holzströme einbringen.
Ökostrom aus Biomasse – eine klimafreundliche und wirtschaftliche Alternative
(Michael Olsacher, M-real Hallein)
Ökostromgesetz, Ökostromvergütung, CO2-Emissionen, CO2-Zertifikate sind heute unsere täglichen Wegbegleiter, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. In der energieintensiven Industrie, wozu auch die Papierindustrie zählt, wird speziell in Energie-Hochpreiszeiten nach alternativen Möglichkeiten einer effizienten Energieerzeugung Ausschau gehalten. Im Vordergrund steht dabei die Verdrängung von fossilen Brennstoffen zur Reduktion der treibhausrelevanten CO2-Emissionen, die Nutzung im Werk vorhandener Energieträger biogenen Ursprungs und die Energie-Effizienz-Optimierung.
Dies waren auch die Startbedingungen für das Projekt BMHKW. Im Jahr 1998 wurde der Energiebedarf des Werkes in Hallein mit 53% Fossilen und 47 % biogenen Primärenergieträgern abgedeckt. Dies verursachte CO2-Emissionen in der Größenordnung von 414000 t/a, davon 174000 t/a aus fossilen Brennstoffen. Rund 27000 t interner Reststoffe aus der Papier- und Zellstoffproduktion wurden pro Jahr in Deponien bzw. Verbrennungsanlagen entsorgt. Das sind ca. 1900 LKW-Transporte/Jahr. Im Jahr 2006 wurde das Biomasseheizkraftwerk in Betrieb genommen und speist seit 1. Mai 2006 ca. 5 MW/h Ökostrom in das öffentliche Netz 8. Mit Inbetriebnahme hat sich die Energiesituation in Hallein deutlich geändert. Wir stellen nun 73 % unserer Energie mit Primärenergieträgern biogenen Ursprungs her und haben die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen auf ca. 72.000 t/a reduziert. Die intern anfallenden Reststoffe werden nicht mehr in LKW zur Deponierung oder thermischen Verwertung transportiert, sondern im Biomasseheizkraftwerk verfeuert. Zusätzlich wurde durch die Inbetriebnahme des Biomasseheizkraftwerkes die Wärmeauskopplung in das Fernwärmenetz Hallein/Salzburg erweitert, sodass zusätzlich umgerechnet ca. 850 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden können. Wesentlich bei der Errichtung des Biomasseheizkraftwerkes war die Betrachtung der Gesamtsituation. Es ging nicht darum, nur einen Kessel zu errichten, in dem Holz als wertvoller Rohstoff der thermischen Verwertung zugeführt wird, sondern dass ein Gesamtkonzept zur sicheren Energieversorgung – Strom und Prozessdampf- und Reststoffentsorgung – entwickelt wurde. Angenehmer Nebeneffekt war die Fernwärmeauskopplung, die das Kraftwerk noch effizienter macht.
(Rupert Vötsch)
Die Bezirksgruppe Bayern des ZELLCHEMING möchte auf diesem Wege nochmals ihren Dank für den zur Verfügung gestellten Tagungsberichtes und ein Kompliment für die gut organisierte und perfekt durchgeführte Tagung an unsere österreichischen Verbandskollegen aussprechen.
Uwe Scheit
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Herbsttagung 2007
der Bezirksgruppen Bayern des Zellcheming und des VPM [mehr...]
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Herbsttagung 2004
Am 26. November fand in Regensburg an der Donau das Herbsttreffen der Bezirksgruppen Bayern von ZELLCHEMING und VPM statt. Thema der Veranstaltung war unter dem Motto „Synergie nutzen - Innovation kreieren“ vor allem die Stoffaufbereitung, hier Sortierung und Mahlung.
Der Gastgeber war, wie schon einmal vor zehn Jahren, die Firma Andritz-Fiedler, damals freilich nur unter dem Namen Fiedler, nun als frischgebackener Teil der Andritz GmbH. Obwohl (oder weil) die Verbandsangelegenheiten auf der Frühjahrstagung abgehandelt worden waren, war die Veranstaltung dieses Mal wieder gut besucht. Die Mahnungen von ZELLLCHEMING-Bezirksvorstandschef Hubert Runge hatte offenbar Früchte getragen und sowohl er als auch sein Kollege vom VPM Johann Strauß äußerten sich positiv. Nach der Begrüßung durch Herbert Runge und Johann Strauß und herzlichem Dank an den Gastgeber begannen die Vorträge, die sowohl von den „Regensburgern“ als auch der Muttergesellschaft in Graz gehalten wurden.
G. Harvarth,. Leiter der deutschen Teile der Andritz-Gruppe stellte zunächst sein Unternehmen vor. Der Grazer Andritz GmbH war es seit den 90er Jahren in einem stetigen Wachstum gelungen, sich vom regionalen Anbieter von Komponenten für die Papier- und Zellstoffindustrie zu einem internationalen Technologiekonzern zu entwickeln und neben den zwei Giganten auf dem Markt zu positionieren. Betrug der Umsatz 1990 noch 327 Mio. Euro, erwirtschaftet von etwa 1500 Angestellten hauptsächlich in Österreich, wuchs er seitdem stetig auf 1225 Mio. Euro im Jahr 2003. Heute hat der Gesamtkonzern weltweit über 80 Tochterfirmen und Vertriebsgesellschaften und beschäftigt ca. 4900 Arbeitskräfte, davon 200 in China, wo kürzlich erfolgreich die Produktion von Pumpen aufgenommen wurde. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig im Bereich Zellstoff und Papier, der 66% des Gesamtumsatzes ausmacht und wird ergänzt durch die Bereiche Walz- und Bandbehandlungsanlagen, Umwelt und Prozesse (z.B. Klärschlammtrocknung) und Futtermitteltechnik. Dabei wurde in den letzten 14 Jahren kontinuierlich Gewinn erzielt, auch in den wirtschaftlich schwierigen letzten Jahren. Erreicht wurde dieses Ergebnis mit einer Strategie nachhaltigen Wachstums, globaler Ausrichtung und der Betonung von Forschung und Entwicklung. Forschungs- und Pilotanlagen stehen in Graz, in Kotka in Finnland, Sao Paulo oder in den USA. Dieses Jahr ging in Graz eine neue Pilotanlage zur Altpapieraufbereitung in Betrieb. Inneres organisches Wachstum wurden durch mehrere komplementäre Akquisitionen ergänzt wie eben 2003 der Kauf der Fiedler GmbH, sowie durch Joint Ventures wie z.B. mit Voith Paper die Voith Andritz Tissue LLC. Diese erfolgreiche Expansion lässt sich auch am Aktienkurs ablesen, der von 21 Euro im Jahr 2001 auf inzwischen über 44 Euro stieg.
Parallel zu dieser Entwicklung des Gesamtkonzerns wuchs auch die Produktpalette im Bereich Zellstoff und Papier. Während 1990 nur Anlagen für einige einzelne Schritte wie Entwässerung oder Bleichen angeboten wurde, können heute Komplettanlagen von Stoffaufbereitung bis zum Rollen und ganze Produktionslinien geliefert werden. So wurde etwa im Bereich Zellstoff 2002 die damals weltgrößte Zellstofftrocknungsanlage für die brasilianische Aracuz Celulose S.A. errichtet. Noch in Bau befindlich ist die Rückgewinnungsanlage für UPM-Kymmene in Wisaforest. Der Bereich Papier konzentriert sich auf Mechanical Pulping, Stoffaufbereitung und Tissue-Produktion. Weltweit sind mehr als 30 komplette Tissue-Anlagen oder Upgrades verkauft worden.
M. Renner, Leiter der Andritz-Fiedler GmbH, stellte dann den Gastgeber und neuestes Mitglied der Andritz GmbH vor, die Firma Fiedler. Eine alteingesessene Regensburger Firma, gegründet zur Produktion perforierter Bleche, erlangte der mittelständische Betrieb durch hohe Spezialisierung weltweit eine Spitzenposition in Siebblechen und Siebkörben, dann wurden auch Rotoren ins Programm aufgenommen. 2003 wurde das Familienunternehmen schließlich von Andritz übernommen und innerhalb kürzester Zeit integriert. Ein Optimierungsprogramm steigerte die Produktivität erheblich. Prozesse wurden vereinfacht und verbesserte, so konnten etwa die Materialwege von 400 Meter auf 70 Meter reduziert werden, und die Lieferzeit beinahe halbiert. Die Produktion wurde zentralisiert, und stellten 2003 noch drei Standorte insgesamt 1470 Siebkörbe her, waren es 2004 bereits 1900 im zentralen Standort Regensburg, für 2005 sind 2200 geplant. Die Produktpaletten von Fiedler und Andritz wurden aufeinander abgestimmt und gemeinsame neue Produkte entworfen. Im Angebot sind unter dem Produktnamen Bar-TecTM konventionelle widerstandsgeschweißte Stabssiebkörbe mit verschiedenen Profilen ebenso wie Stong-Bar© und FiberSentry©, nach neuer Technologie mechanisch gefügte und TIG-geschweißte Siebkörbe für den Einsatz unter extremen Prozessbedingungen, bei denen mit Herstellung in runder Form von Anfang an und mit lasergeschnittenen Stützringen Biegespannung vermieden und präzise Rundheit bei hoher Stabilität erreicht wird. Auch Schlitzsiebkörbe, Lochsiebkörbe und Sonderanfertigungen stehen auf dem Programm. Rotoren werden ebenfalls gefertigt und damit die Herzstücke einer Sortierung. 2004 betrug der Umsatz 31,5 Mio. Euro und stieg damit um 20%. Mit der neuen Organisation, der neuen Technologie und der starken Mutterfirma in Rücken peilt Fiedler nun ganz unbescheiden die Marktführerschaft für Siebkörbe an.
Wieder G. Harvarth präsentierte im Anschluss den Andritz-Service für die Stoffaufbereitung und die dortigen Innovationen. Das waren sowohl Neuentwicklungen wie z.B. neue Rotoren für die Grobsortierung die für besserer Freihalten der Lochplatte sorge oder neue Lagereinheiten mit integrierter Verdünnungsmöglichkeit und einfacher Wartung durch gute Zugänglichkeit. Andere Produkte wurden im Detail verbessert wie etwa der Antriebszahnkranz der FiberFlow© Drum, bei der durch Umkonstruierung für Mikrorisse anfällige Plattfederbefestigungen ersetzt wurden. Der ModuScreen CR-Screener wartet mit einer dynamischen Abdichtung auf, die die Haltbarkeit erhöht. Im Einsatz bei der Fa. Karl Mader in Hof wurde bei einer Konsistenz von 3,5-4% nur zwei Mal ein Dichtungswechsel fällig. Die verbesserte Cleaner TC133 und SC 133 leisten 300-6000 Liter pro Minute bei einer Rejektverdünnung von 20% auf 12-15% und sollen so einen Verzicht auf eine Cleanerstufe möglich machen können. Verbesserte Doppelsiebpressen mit schwimmendem Keil und individuell ansteuerbaren Nippen und optimierte Schneckenpressen stehen ebenfalls auf dem Programm.
Der nächste Beitrag von M. Purgstaller von Andritz Graz widmete sich der Mahlung, indem er die neueste Innovation des Hauses Andritz, die Spiralmahlplatte LemaxX vorstellte. Grundlage der Neuentwicklung bildete dabei das Computerprogramm ‚Magnus’. Dieses Programm erlaubt es, aus den gesammelten Daten von Kunden mit Andritz-Mahlplatten zwar keine genaue Simulation, aber doch ein ungefähres mathematisches Modell des Mahlungsprozesses anhand mehrerer Parameter aufzustellen. Unter Berücksichtigung von Faktoren wie Fasermorphologie, Mahlgrad, Ligningehalt, Durchfluss und Konsistenz werden die Anzahl der Faserbehandlungen, Faserkompression und Wahrscheinlichkeit von Faser-Faser-Mahlung gegen Faser-Messer-Mahlung betrachtet. So soll die Frage beantwortet werden, wie genau der Faserstoff im Mahlspalt behandelt werden muss, um optimale Mahlung bei günstigem Energieverbrauch zu garantieren und so die beste Gestaltung der Mahlplatte zu finden. Das Ergebnis dieser Kombination aus Theorie und Praxisdaten ist die Mahlplatte LemaxX für Niedrigkonsistenzmahlung, bei der die Messer in Form einer logarithmischen Spirale geführt sind. Das soll die Zahl der Faserbehandlungen maximieren, homogene Faserbehandlung bei niedrigem Energieverbrauch leisten und die hydraulische Leistung erhöhnen um hohe Plattenstandzeiten und Kapazität zu erreichen. Grundlegender Gedanke ist es, durch die Form einen möglichst konstanten, immer gleichen Schnittwinkel zu erreichen. Während bei Platten mit paralleler Messerführung der Schnittwinkel relativ stark um einen Durchschnittswert schwankt, liegt er bei LemaxX bei konstanten 40°. Die sich zum Rand aufweitenden Nuten erleichtert Reinigung und sorgen für besseren Schutz gegen Verstopfung, während verschiedene Mahlzonen mit patentiertem Z-Zonen-Übergang hohe Messerdichte bei guter Faserzufuhr gewährleisten sollen. Die ersten LemaxX-Platten sind bereits bei verschiedenen Kunden im Einsatz.
A. Lovas (Andritz-Fiedler) führte zurück zur Sortierung und nahm nach den Siebkörben das zweite wichtige Bestandteil eines Screeners unter die Lupe, den Rotor. Er erläuterte kurz das Funktionsprinzip des Screenings, bei dem der Rotor durch Erzeugung von abwechselnd Sog und Druck die Faser durch den Siebkorb drückt sowie die wichtigen Parameter des Rotors: Typ und Konstruktion, Drehzahl bzw. Geschwindigkeit der Foils, Anzahl, Geometrie und Anordnung der Foils und der Abstand zum Siebkorb. Weitere Faktoren, die das Screening beeinflussen, ist neben dem Rotor und dem Siebkorb das Fasermaterial mit seiner Charakteristik, die Konsistenz, die Kapazität, der Gehalt an Schmutzpartikeln bzw. Stickys und natürlich die Position im Prozess. Anschließend präsentierte er die verschiedenen Rotoren der Fiedler RoTecTM-Familie für jeweils unterschiedlichste Stoffkonsistenzen und Prozessschritte. Ein weiterer Punkt war dabei die Optimierung durch Rotorenwechsel. Das Screening bietet viel Spielraum, durch individuell gewählte und auf den genauen Prozess abgestimmte Rotoren das Ergebnis deutlich zu optimieren und den spezifischen Energieverbrauch zu senken, wie an einigen Fallbeispielen demonstriert wurde. Der Ersatz eines Black Clawson – Rotors durch einen Andritz Ro-TecTM in der DPI-Feinsortierung von Zeitungsdruckpapier (erste Stufe, 2 Screener parallel) brachte z.B. eine Energieeinsparung von 73% durch Reduzierung der Geschwindigkeit von 620 auf 380 rpm bei konstantem Durchsatz. Die Stickyreduzierung stieg als Folge von 62% auf 86%.
In Anschluss an die Vorträge und die rege Diskussion zu einzelnen Vorträgen und Innovationspotential allgemein und ein Mittagessen fand dann eine Betriebsbesichtigung statt, bei der die Produktion in der Praxis zu sehen war.
Dietmar Scherer begrüßte die Gäste, Dipl.-Ing. Michael Reinstein führt anschließend durch die Produktionshallen und erläuterte die einzelnen Produktionsschritte sowie die durchgeführten Änderungen zur Steigerung der Produktivität.
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Frühjahrstagung 2004 der Bezirksgruppen Bayern des ZELLCHEMING und des VPM bei der VESTRA GmbH, München
Die Frühjahrstagung der Bezirksgruppen Bayern des ZELLCHEMING und des VPM fand auf Einladung der VESTRA GmbH am 14.05.2004 statt und stand unter dem Motto "Optimierte Produktentwicklungsprozesse durch die Einbindung von Pilotanlagen".
Der zur letzten Tagung neu gewählte Bezirksgruppenvorsitzende des ZELLCHEMING, Hubert Runge eröffnete die Veranstaltung mit einer Danksagung zu seiner Wahl. Durch die Neuorganisation des Bezirksgruppenvorstandes Bayern des ZELLCHEMING war die Wahl eines Stellvertreters notwendig. Siegfried Fuchs, bisher aktiv als Schriftführer kandidierte für diese Position und wurde von den 35 anwesenden Mitgliedern ohne Enthaltungen oder Gegenstimmen gewählt.
Für die Neubesetzung der Position des Schriftführers kandidierte Uwe Scheit. Nach einer kurzen Vorstellung des Kandidaten erfolgte die Wahl durch die Anwesenden, ebenfalls einstimmig.
Wir freuen uns, Sie informieren zu können, dass die Firma Andritz Fiedler zwischenzeitlich bestätigt hat, dass das nächste Treffen des Zellcheming am 26. November 2004 in Regensburg stattfinden kann. Weitere Einzelheiten erhalten Sie rechtzeitig, wobei wir
Sie schon heute bitten, sich diesen Termin wenn irgend möglich frei zu halten. Wir möchten unsere Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass diesem Informations- und Gedankenaustausch dann durch eine größere Teilnehmerzahl die ihm gebührende Beachtung entgegengebracht wird.
Uwe Scheit
Schriftführer
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Bericht über das Treffen am 22.11.2002
Am 22.11.2002 fand ein Treffen gemeinsam mit dem VPM in Moosburg statt. [mehr...]
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