|
Bezirksgruppe Ostdeutschland - Jahresbericht 2011
Vorsitzender: Dipl.-Ing. Thomas Ullrich, Pirna
Stellvertreter: Dr.-Ing. Ulrich Paris, Zwickau
Schriftführer: Dr.-Ing. Ulrich Paris, Zwickau
Am 05./06.10.2011 fand die Jahresversammlung der Zellcheming Bezirksgruppe Ostdeutschland statt. Gastgeber waren die Firmen Voith Paper Rolls GmbH & Co. KG in Weißenborn und PAMA Papiermaschinen GmbH in Freiberg. Damit standen die zwei Tage unter dem Thema: „Maschinenbau für die Papierindustrie“.
Am ersten Tag der Veranstaltung wurden die Teilnehmer von der Firma Voith Paper empfangen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Bezirksgruppe, Herrn Thomas Ullrich, übernahm Herr Thomas Frühauf, Geschäftsführer von Voith Paper Rolls, das Wort und stellte den Standort mit seinen Möglichkeiten und den Service für die Papierindustrie vor.
Zu Beginn ging Herr Frühauf auf die Historie des Standortes ein. 1991 nahm das Servicecenter in Weißenborn seine Arbeit auf und wurde seitdem ständig ausgebaut und modernisiert.
Auf einer Produktionsfläche von 1.540 m² befinden sich Maschinen für die Walzen- und Metallbearbeitung sowie zwei Prüfstände. Bis zu 10 Meter lange Walzen können bearbeitet werden.
Zu den angebotenen Leistungen zählen:
• Saugwalzenservice,
• Biegeausgleichswalzenservice,
• Trockenzylinderservice,
• Mechanischer Walzenservice aller Walzentypen
• Oberflächenbearbeitung Schleifen, Rillieren, Finieren,
• Dynamisches Wuchten,
• Probelauf Saug- & Biegeausgleichswalzen,
• Montageservice.
Neben den zuverlässigen, schnellen und qualitativ hochwertigen Leistungen für die Kunden ist Voith Paper Rolls selbstverständlich auch auf die Sicherheit seiner 26 Mitarbeiter am Standort Weißenborn bedacht. Zum 30.09.2011 konnte auf 1.286 Tage ohne Arbeitsunfall zurückgeblickt werden.
Nach der Präsentation hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, den Maschinenpark zu besichtigen. Bei der Werkführung wurden von Herrn Frühauf und seinen Mitarbeitern die Fragen fachkundig beantwortet.
Der erste Tag der Jahresversammlung fand mit einer Stadtführung durch Freiberg und einem geselligen Abend im Brauhof seinen Ausklang.
Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden die Teilnehmer bei der PAMA Papiermaschinen GmbH begrüßt.
Der Geschäftsführer stellte die PAMA, ein Unternehmen der KRESTA industries - Gruppe, vor.
Die PAMA wurde 1855 als Eisengießerei gegründet. Seit 1945 ist sie ausschließlich Zulieferer für die Papier- und Zellstoffindustrie. 2005 beteiligte sich die KRESTA und 2009 wurde sie Alleineigentümer der PAMA.
Die PAMA ist international tätig und konzentriert sich auf den Bau und die Modernisierung von Papier- und Zellstoffmaschinen bis 5,60 m Breite. Die Stoffaufbereitung und der Konstantteil gehören ebenso zum Angebotsspektrum des Maschinenbauers. Die Leistungen reichen von der Planung bis zur Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen bis hin zum Service und Wartungsgeschäft.
Besonderer Fokus wird dabei auf Gesamtlinien von Spezialpapiersegmenten gelegt.
Nach diesem Überblick stellte Herr Gather einen Service der PAMA vor, bei welchem die Umsiedlung und Umwidmung von Papiermaschinen vorgenommen wird.
Ausgehend von einer detaillierten Bestandsaufnahme der umzusetzenden Papiermaschine inklusive der Peripherie wird eine Konstruktionszeichnung in 3D erstellt. Anschließend erfolgen eine Katalogisierung und die Verpackung der Einzelteile. Verschlissene bzw. nicht mehr nutzbare oder zu modernisierende Komponenten werden durch die PAMA ausgetauscht, die wiederzuverwendenden Baugruppen und –teile werden gereinigt und ggf. gewartet.
Durch dieses Procedere wird ein definierter Aufbau der Papiermaschine am neuen Standort erreicht und der Kunde erhält eine Gewährleistung über die Funktionsfähigkeit der Anlage.
Im dritten Vortrag erläuterte Frau Stefanie Hehl die Filmpresse der PAMA. Vorteile der PAMA film und das technische Know How wurden dargelegt. Anhand von realisierten Projekten wurden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten verdeutlicht. Bei einem Umbau einer Leimpresse auf eine Filmpresse wurden die sich ergebenden Verbesserungen – Energie, Leistung, Qualität, neue Produkte, etc. – aufgezeigt. Allein durch die Energiekosten ergab sich ein ROI von nur 4 Jahren.
Da Frau Hehl große Erfahrungen im Trouble Shooting bei Filmpressen hat, nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit und holten sich Rat zu aktuellen Problemen aus den eigenen Werken.
Im nachfolgenden Vortrag ging Frau Hehl auf Stoffaufläufe ein. Der von der PAMA entwickelte Stoffauflauf bietet folgende Innovationen:
• Einstellbare Biegelinie des Stoffauflaufes durch Zugstangen im Tragegestell,
• Verschiebbare Lamelle zur weiteren Beeinflussung der Formation, auch während der Produktion,
• Verstellbare Blende über die Maschinenbreite.
Die PAMA kann zurzeit Stoffaufläufe mit einer maximalen Breite von 5,60 m anbieten. Bei großen Arbeitsbreiten wird ein Querstromverteiler empfohlen, da Rundverteiler durch zu große Schlauchlängen bei diesen Anwendungen ungeeignet werden.
Den Schluss der Vortragsreihe bildete die Präsentation von Herrn Dr. Harald Koch über den Umbau der Pressenpartie von bestehenden Papiermaschinen.
Zu Beginn eines Projektes werden eine Definition der Kundenwünsche und eine Vorbetrachtung des IST-Zustandes gemacht. Die Vorbetrachtung, bei welcher u.a. Leistungsparameter berechnet werden, dient als Grundlage für die Auswahl der konstruktiven Umsetzung und für die Verifizierung der Ergebnisse nach dem Umbau.
Zur Veranschaulichung wurden zwei Projekte bei der Dresden Papier GmbH und bei der GRÜNPERGA Papier GmbH dargelegt, wo die Umbauten in 2011 erfolgreich abgeschlossen wurden.
Nach den Vorträgen nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit bei dem Betriebsrundgang durch die Konstruktions- und Büroräume sowie der Produktionsstätte ihre Fragen den kompetenten Mitarbeitern zu stellen.
Den gastgebenden Firmen sei nochmals ein herzliches Dankeschön für die ausgezeichnete Organisation, die interessanten Vorträge und Betriebs-besichtigungen sowie für die kulinarische Betreuung der insgesamt 24 Teilnehmer ausgesprochen!
Thomas Ullrich
Vorsitzender Zellcheming Bezirksgruppe Ostdeutschland
|