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BEZIRKSGRUPPE:
OSTDEUTSCHLAND
Rückblick
Bezirksgruppe Ostdeutschland - Jahresbericht 2010
Vorsitzender: Dipl.-Ing. Thomas Ullrich, Pirna
Stellvertreter: Dr.-Ing. Ulrich Paris, Zwickau
Schriftführer: Dr.-Ing. Ulrich Paris, Zwickau
Die Bezirksgruppe Ostdeutschland führte Ihre diesjährige Jahresversammlung am 30. September in Eilenburg durch. Gastgeber war die Stora Enso Sachsen GmbH.
Der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Thomas Ullrich, konnte 22 Zellcheming-Mitglieder und Gäste willkommen heißen.
Fachlich stand die Versammlung unter dem Motto „Stora Enso Sachsen GmbH – eine moderne Papierfabrik“.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden und aktuellen Informationen zur Vereinsentwicklung und –arbeit folgten die Vorträge der Referenten.
Der erste Vortrag wurde von Herrn Schumann und Herrn Müller von der Firma Metso Paper GmbH zum Thema „ValFormer – Schuhtechnologie für Hybridformer; Kompetente Spitzenüberführung – Trends“ gehalten.
Der erste Teil des Vortrages brachte dem Auditorium die Technologie von Hybridformern und insbesondere den Aufbau und die Vorteile des von Metso Paper entwickelten ValFormers näher. Der ValFormer ist ein Schuh-Leisten-Hybridformer und stellt so einen neuartigen Typ unter den Hybridformern dar. An Fallbeispielen wurde belegt, dass eine Steigerung der Produktionskapazität und eine Formationsverbesserung erreicht werden. Einsatzgebiete des ValFormers sind in Papier- sowie in Kartonmaschinen.
Der zweite Teil des Vortrages zeigte kompetente Lösungen für Spitzenüberführungen. Dargelegt wurden die Möglichkeiten der Spitzenüberführung in der Pressenpartie, in ein- und zweireihigen Trockengruppen, durch Leim-/Filmpressen und Überführungen für den Aufroller. Ein Video zeigte beeindruckend, wie sogar eine gesamte Bahn – über die volle Arbeitsbreite – durch eine einreihige Trockengruppe geführt wird. Zum Abschluss wurde eine Wasserstrahl-Wechseleinrichtung für die Aufrollung vorgestellt. Mit dieser Einrichtung kann das „Schneien“ wie beim Wechsel mit Luft bzw. das Markieren wie beim Wechsel durch Bänder vermieden und somit der Kernausschuss am Tambour auf ein Minimum von wenigen Lagen reduziert werden.
„Von der Bedienstation zur Optischen Dickenmessung – wie Stora Enso Sachsen zusammen mit ABB die Automatisierung für die Zukunft aufgerüstet hat“ lautet der Titel des zweiten Vortrages, welcher von Herrn Goss von der Firma ABB b.v. gehalten wurde.
Herr Goss stellte zwei Strategien zum Anlagenmanagement vor: Den „Ein-Schritt“ Ansatz und die mehrstufige, schrittweise Erneuerung. Der Vergleich der Vor- und Nachteile fiel eindeutig zugunsten der schrittweisen Modernisierung aus, wie sie auch bei der Stora Enso Sachsen GmbH umgesetzt wird.
Ein Teilschritt in diesem Prozess war die Installation des ABB Optical Caliper Sensors. Nach der Erläuterung des Funktionsprinzips wurden die Vorzüge des neuen Sensors dargelegt. Während bislang auf beiden Seiten des Papiers mit Kontaktsensoren die Dicke gemessen wurde, was bei bestimmten Papieren zu Problemen führen kann, wird nun die Bahn von einer Seite fixiert und von der anderen Seite mithilfe der Lasertriangulation die Dicke bestimmt. Da die Kontaktsensoren beim Optical Caliper Sensor nicht vorhanden sind, können mögliche Ablagerungen auf den Kontaktsensoren nicht mehr die Dickenmessung verfälschen. Der Einbau des optischen Dickensensors in die PM 1 der Stora Enso Sachsen GmbH war in der ersten Instanz eine Pilotinstallation. Nach einem Jahr einwandfreier Messung ist der serienreife Sensor eingebaut worden.
Herr K. Große von der Stora Enso Sachsen GmbH referierte zum Thema „Vorstellung und Ergebnisse der Altpapiersortieranlage von Stora Enso Sachsen“.
Hierbei ging er auf die Kriterien der Qualitätskontrolle bei bestimmten Altpapiersorten ein. Für die Beurteilung der Kriterien wie z.B. Feuchtigkeit oder Ungehörigkeiten werden vorgegebene Grenzwerte herangezogen, um Lieferungen freizugeben, einem Preisabzug zu unterwerfen oder auch die Annahme zu verweigern.
Nach dieser Sensibilisierung für die Altpapierqualitäten stellte Herr Große die Sortieranlage vor. Die Anlage kann in folgende Komplexe gegliedert werden: Walking Floor Bunker, Vor- und Feinsortierer (Ballistik – Separator), Automatisches Sensor Sortiersystem (optisch), Beschleunigungsbänder und Entstaubungs- und Befeuchtungsanlage.
Der Vortrag wurde mit den Kenngrößen der Sortieranlage zur Produktionskapazität, dem Laufzeitwirkungsgrad und der Ausbeute, welche stark von der Altpapiersorte beeinflusst wird, abgerundet.
Die Vorstellung der Firma Stora Enso Sachsen GmbH erfolgte durch den Geschäftsführer Herrn Dr. Höke. Durch diesen Vortrag erhielten die Teilnehmer ausführliche Informationen über die Geschichte und die aktuelle Situation des Unternehmens.
Im Sommer 1994 wurde die PM1 in Betrieb genommen. Rohstoff für die PM1 ist zu 100 % Altpapier. Auf ihr wird Zeitungsdruckpapier, Heatset und Telefonbuchpapier hergestellt. Die Produktionskapazität beträgt 340.000 t/a netto. Weitere Produkte vom Werk Sachsen sind deinkter Altpapierstoff und sortiertes Altpapier.
Der benötigte Strom und Dampf wird von der werkseigenen Kraftanlage erzeugt.
Eine Herausforderung ist die Altpapierversorgung. Diese wird größtenteils durch langfristige Verträge mit der Entsorgungswirtschaft sowie durch eigene Sortierung sichergestellt.
Nach Diskussion verbliebener Fragen und einem herzlichen Dankeschön an die Referenten wurde die Vortragsreihe beendet und die Stora Enso Sachsen GmbH lud zu einem schmackhaften Mittagessen in der betriebseigenen Kantine ein, wofür sich die Teilnehmer recht herzlich bedankten.
Anschließend konnten sich die Tagungsteilnehmer während der umfangreichen Betriebsführung selber ein Bild vom Werk machen. Herr Schwarze, Produktionsleiter, erläuterte die jeweiligen Produktionsbereiche und beantwortete ausführlich und kompetent die vielen Fragen.
Der Stora Enso Sachsen GmbH gebührt herzlicher Dank für die ausgezeichnete Organisation der Tagung und für die kulinarische Betreuung!
Thomas Ullrich
Vorsitzender Verein Zellcheming Bezirksgruppe Ostdeutschland
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